Archiv der Kategorie: Blog

Richtig Lüften, Abschatten, Kühlen im Sommer

leseerlaubnis schrieb am 17.06.2023 auf Twitter:

Weil es schon in Richtung Sommerhitze und tropische Nächte geht, hier einige Tipps dazu, wie man ein Gebäude korrekt bedient, um möglichst gut über den Sommer zu kommen.

1. Nachts für Durchzug sorgen

Sollten Sie Bedenken wegen Regen haben, dann einfach die Rollläden runter machen, aber nur so weit, dass unten 5 bis 10 cm offen bleiben und natürlich die Schlitze offen sind und Fenster dahinter kippen. Dann regnet es nicht rein.
Wichtig ist: Möglichst viele Fenster gleichzeitig offen haben, damit es nachts durchzieht.
Das kühlt die schweren Bauteile ab und die Bauteile wie Betondecken oder Mauerwerkswände oder im Holztafelbau die Trockenbauplatten gehen nicht mit hohen Temperaturen von ggf. +26 °C, sondern mit der Nachttemperatur von +17 °C bis +22 °C in den nächsten Tag.

2. Kellerfenster geschlossen halten

Warum? Weil die Außenluft im Sommer so viel Feuchte hält, dass dieses gasförmige Wasser an kalten Kellerwänden, Möbeln und Lagergüter kondensieren würde. Schon eine Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit im Keller auf ca. 80 % bei den üblichen Kellertemperaturen um +14 °C bis +16 °C würde binnen weniger Tage zu Schimmelpilzbewuchs und Schäden am Lagergut führen. Am Besten gar nicht lüften – wenn keine Radongefahr besteht. Ein Keller eines trockenen Hauses braucht im Sommer keine Lüftung, schließlich atmet dort tagsüber niemand und Feuchte käme ja maximal von außen rein. Sollte Radongefahr bestehen, dann ist das natürlich vollkommen anders. Dann muss gelüftet werden. Wie das geht klären Sie am Besten mit einer Lüftungsfirma für Kellerlüftungen. Am Besten sind dann feuchtegesteuerte Lüftungsanlagen, die man auf die Radonbelastung einstellt.
Zurück zum oberirdischen Teil des Hauses…

3. Verschatten

Tagsüber braucht das Haus/die Wohnung alle Verschattung, die es bekommen kann und zwar immer dort, wo die Sonne draufscheint. Sie müssen also an der Nord-Ostseite nicht ganztags beschatten aber am Morgen. Und an der Westseite muss man erst am Nachmittag beschatten, bevor die Sonne nach Westen rum kommt.
Die Regel ist: Dort wo die Sonne durch die Fenster kommt, dort beschattet man an heißen Tagen.Wie? Immer so, dass der Schatten ausreicht, aber nie verdunkeln. Warum nicht? Ganz einfach:
Lassen Sie den Rollladen ganz runter (wie das leider viel zu viele Menschen machen), dann erwärmt sich der Zwischenraum zwischen dem Rollladen und der Glasscheibe auf über +60 °C. Sie haben dann also auf der Außenseite der Scheibe viel heißer als ohne Rollladen.
Deshalb ist es auch hier wichtig: Verschatten ja, verdunkeln nein.
Am allerbesten sind immer noch Jalousien (die man nur so weit kippt, dass sie die Sonne abstrahlen, man aber gut durchsehen kann) oder Holzläden mit jalousieartigen Schlitzen.
Bei Dachflächenfenstern sollte die Verschattung immer außen sein. Zur Not spannen Sie ein Tuch außen vor. Keine gute Idee sind die ab und an zu sehenden gold/silbernen Rettungsfolien, weil sie Glas und Rahmen beschädigen können.
Deshalb: Entweder das Außenrollo des Herstellers oder aber Stoffe mit Reflexionsbeschichtung, die man außen vorspannt. (Jetzt müssen Fans von Kachelmann stark sein) Auch im Dachgeschoss gilt: Tagsüber möglichst wenig lüften und wenn man nicht da ist am Besten Fenster zu lassen.
Warum? Weil sich an Dächern, über den auf teils bis zu +80 °C heißen Ziegeln eine hohe
Lufttemperatur bildet. Würden sie den ganzen Tag über lüften, dann holen Sie sich Luft mit sehr deutlich über +40 °C teils bis an die +60 °C in den Innenraum. Luft, die nur am Dach so heiß ist.
Das sollte man also nicht machen, sondern – wenn man tagsüber bei der Arbeit ist, die Dachflächenfenster verschattet zu lassen und auch am Abend nur erst einmal stoßlüften. Ja, Luftbewegung kühlt, dann aber besser erst einmal einen Turmventilator nehmen und erst auf machen, wenn der CO2-Gehalt der Raumluft zu hoch ist oder es außen kühler wird als innen. Wenn man sich tagsüber die Hitze in den Innenraum holt, dann erwärmen sich die Innenwände und Trockenbauplatten unnötig. Dann hätte man ggf. +45 °C im Raum und Wände mit +40 °C anstatt mit +32 °C.
Und auch im Dachgeschoss gilt: Jede Nacht lüften mit Durchzug. Die Wärme muss nachts raus aus dem Haus. Nur wenn man das Haus/die Wohnung jede Nacht so gut wie möglich kühlt, bleibt es bis zum Ende des Sommers erträglich.

Ist es dann noch zu heiß: Klimaanlage + Balkonsolar.
Im eigenen Haus an eine Split-Inverter-Luft-Luft-Wärmepumpe denken, die gar nicht so teuer ist und im Sommer kühlt und im Winter heizt. Den Strom mit PV beigesteuert, wird das klimaneutral zur „Solaren Kühlung“.
Wenn man in einem Mehrfamilienhaus wohnt, dann lohnt es sich, mit den Nachbarn nebenan, drunter oder drüber zu sprechen, damit die nachts auch möglichst die ganze Zeit Durchzug haben. Wenn man sich schwere Bauteile wie Decken und Wände teilt, hilft das.

Und jetzt hoffe ich, Sie kommen alle gut durch den Sommer.

Quelle: https://twitter.com/leseerlaubnis/status/1670015951041904642

Heizungsverbot, und jetzt?

Wärmepumpen und Wasserstoff im Check!
ZDF Terra X und Prof. Dr. Harlad Lesch über die Heizung der Zukunft
Das Gebäudeenergiegesetz soll novelliert werden, denn in Zukunft sollen Heizungen möglichst umweltschonend betrieben werden. Aber was bedeutet das eigentlich? Welche Alternativen zur teuren #Wärmepumpe gibt es? Und wie kann die #Wärmewende wirklich gelingen?
Es lohnt sich auch die Videobeschreibung auf Youtube anzusehen.

Buchvorstellung von Ulrike Hermann

am 05.04.2023 im Club w71 in Weikersheim

Sylvia, Martina und Armin waren am 05.04.2023 zur Buchvorstellung von Ulrike Hermann im Club w71 in Weikersheim.

Demokratie und Wohlstand, ein längeres Leben, mehr Gleichberechtigung und Bildung: Der Kapitalismus hat viel Positives bewirkt. Zugleich ruiniert er jedoch Klima und Umwelt, sodass die Menschheit nun existenziell gefährdet ist. „Grünes Wachstum“ soll die Rettung sein, aber Wirtschaftsexpertin und Bestsellerautorin Ulrike Herrmann hält dagegen: Verständlich und messerscharf erklärt sie in ihrem neuen Buch, warum wir stattdessen „grünes Schrumpfen“ brauchen.Die Klimakrise verschärft sich täglich, aber konkret ändert sich fast nichts. Die Treibhausgase nehmen ungebremst und dramatisch zu. Dieses Scheitern ist kein Zufall, denn die Klimakrise zielt ins Herz des Kapitalismus. Wohlstand und Wachstum sind nur möglich, wenn man Technik einsetzt und Energie verbrennt. Leider wird die Ökoenergie aus Sonne und Wind aber niemals reichen, um weltweites Wachstum zu befeuern. Die Industrieländer müssen sich also vom Kapitalismus verabschieden und eine Kreislaufwirtschaft anstreben, in der nur noch verbraucht wird, was sich recyceln lässt. Aber wie soll man sich dieses grüne Schrumpfen vorstellen? Das beste Modell ist ausgerechnet die britische Kriegswirtschaft ab 1940.

Dazu gibt es einen Bericht in der FN  von DILAN SALATAN

https://www.fnweb.de/orte/weikersheim_artikel,-weikersheim-loesung-im-verzicht-wieder-lernen-sich-einzuschraenken-_arid,2071267.html

Buchvorstellung von Ulrike Hermann 05.04.2023

Ist Lithium eine seltene Erde?

Lithium ist das leichteste Metall, das man auf der Erde finden kann und ein nicht nachwachsender Rohstoff. Allerdings gehört es – ebenso wenig wie Aluminium, Kobalt, Kupfer und Silizium – nicht zu den sogenannten Seltenen Erden, es kommt auf der Erde sogar sehr häufig vor.

Aber was ist mit dem Lithium?

Das ist das Lithium im Vergleich zu all den sonstigen Rohstoffen (siehe Bild im Anhang), die wir im Jahr 2021 der Erdkruste abgetrotzt haben. Ist das nicht putzig?

Ja, mit so was wandle ich immer auf einem schmalen Grat zwischen berechtigter Kritik und Whataboutismus, kurz gesagt: Lithium-Abbau ist in manchen Ländern problematisch und es ist gut, wenn darüber berichtet wird.

Aktuell halten wir nur eben eine riesige mediale Lupe auf einen Mini-Winz-Pups dieser Übersicht (siehe Bild im Anhang) und reden den Menschen ein, Lithium-Ionen-Batterien seien aufgrund der Rohstoffe ein ganz besonders großes Problem aus der Welt des Bergbaus. Sind sie nicht. Bergbau ist selten unproblematisch.

Die Wahrheit ist: Das geförderte Lithium ist ein wiiiinziger Teil der geförderten Metalle, gemessen am Gewicht sind es 0,003% der im Jahr 2021 geförderten Metalle. Gut, Lithium ist ja auch federleicht, Ein Kilo Lithium hat das 15-fache Volumen eines Kilos Eisen. Aber selbst wenn Ihr diesen Faktor berücksichtigt, ist es im Vergleich immer noch extrem wenig, selbst wenn Ihr die riesige Menge Eisen rausrechnet.

Und das sind nur Metalle. Wir Menschen buddeln aber noch viel mehr Nicht-Metalle aus der Erde: Die jährlich geförderten fossilen Brennstoffe machen noch mal die 1,5-fache Masse aller Metalle auf diesem Schaubild aus und die Nicht-Metalle etwa die 4- bis 5-fache (hauptsächlich Sand, Kies, Kalkstein und Ton).

Bergbau ist immer ein Eingriff in die Natur, verbraucht Wasser, kontaminiert die Umgebung mit Schwermetallen und saurem Grubenwasser. Es hat einen Grund, warum Euch niemand eine Ansichtskarte mit Bauxitminen-Motiv schickt (von wegen der Alupfannen): Schön ist das alles nicht. Ja, es wäre seeehr wünschenswert, wenn wir hier weltweit Standards finden würden, mit denen dieser Abbau Umwelt- und menschenverträglich vonstatten geht und so viel wie möglich recycelt wird, damit wir diese Menge langfristig immer weiter reduzieren.

Aber auch die zehnte Reportage, die mit verzerrendem E-Auto-Drall über Kalium- und Lithium-Verdunstungsbecken in Südamerika berichtet, wird daran nichts, aber auch gar nichts ändern. Selbst wenn niemand in Deutschland mehr E-Auto führe, wird Chile dort weiter Kalium und Lithium fördern, weil es in 1000 anderen Produkten drin ist.

Wenn die doch wenigstens Video-Stock-Material von den blöden Becken nehmen würden, anstatt da jedesmal selbst hinzufliegen, dann würden sie wenigstens nicht noch einen Haufen CO2 und Wasserdampf in die oberen Atmosphärenschichten blasen.

Und was fehlt ist eine Doku über den globalen Bergbau, den Klimaimpact und welche Partei hier gute Ideen hätte, die Missstände zu ändern…

Vielleicht nutzt das als Argumentationshilfe falls wieder einer mit Lithium anfängt und das sei doch ein Problem.

Oder Vielleicht nehmt Ihr Ihm dann einfach seinen Laptop weg oder das Handy oder die Smatwatch oder die Microwelle oder seinen SUV, ja, auch der fährt nicht ohne Lithium um Ihm ein Lithiumfreies Leben zu ermöglichen.

all-the-metals-we-mined-infographic-2021

Wasserstoff für Mobilität

Grafiken zum Thema Wasserstoffantrieb in PKW (h2 verkehr, BEV versus H2 Autos). Es geht auch die Direktverbrennung ohne Umweg über die Brennstoffzelle. Trotzdem bleibt die energieintensive Herstellung des Wasserstoffs.

BEV versus H2 Autos
Energieverbrauch-PKW

Kann man also alles machen mit H2, wenn wir mit dem Strom aus Erneuerbaren nicht mehr wissen wohin… aber da sind wir wenn wir gaaanz viel Glück haben in 20 Jahren.

Bevor aber Wasserstoff für Mobilität verwenden, gibt es dringendere Anwendungen (siehe Grafik Einsatzbereiche sauberen Wasserstoffs).

Einsatzbereiche_sauberen_Wasserstoff