



Vortrag von Fritz Mielert, Umweltreferent BUND BW
Freitag, 6. November 2026, 19:30 Uhr
Evangelisches Gemeindezentrum, Härterichstr. 18, 97980 Bad Mergentheim

Aus den Fränkischen Nachrichten vom 23.09.2026, Ausgabe TBB, Seite 13
Klimaarbeitskreis Lauda-Königshofen befasste sich erneut mit der Neugestaltung der B 290 im Bereich Gerlachsheim unter Betrachtung aus Sicht der Radfahrer und Fußgänger
In der gut besuchten Arbeitssitzung des Klimaarbeitskreises standen mehrere Punkte auf der Tagesordnung. Zunächst berichtete Armin Hambrecht von der gut besuchten Demo in München für den Erhalt und Ausbau der Erneuerbaren Energien mit deutlicher Kritik an Wirtschaftsministerin Katharina Reiche für deren Engagement für die fossilen Energien.
Einen recht interessanten Einblick in die Arbeit von Food-Sharing im allgemeinen und im besonderen im Main-Tauber-Kreis gewährte eine engagierte Mitarbeiterin vor Ort. Die Organisation habe sich zum Ziel gesetzt, Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten, komme aber dabei mit den Tafeln nicht in Konflikt, sondern ergänze und unterstütze sie sogar. Letztendlich sei das große Ziel, dass sich die Organisation selbst überflüssig mache, wenn die Ziele erreicht seien.
Andrea Lindner berichtete von der Kontaktaufnahme mit dem BUND zwecks Vortrag zum wichtigen Thema PFAS. Hier ist eine öffentliche Veranstaltung im Herbst in Lauda-Königshofen geplant.
Das zeitintensivste Thema war jedoch erneut die Situation für Radfahrer und Fußgänger im Bereich der in Kürze beginnenden Neugestaltung der B 290 im Bereich Gerlachsheim.
Die Planung sehe vor, dass es künftig nur noch eine Brücke, gemeinsam für den motorisierten Verkehr als auch für die Radfahrer und Fußgänger gebe, so Armin Hambrecht zu Beginn. Auf der westlichen Seite handele es sich um einen benutzungspflichtigen gemeinsamen Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr, östlich um einen Gehweg, teilweise im Altbestand. In der Mitte der Straße werde eine 3 Meter breite Querungshilfe eingerichtet. Für die Radfahrer aus der St. Veit-Str. kommend (aus Richtung Grünsfeld), bedeute dies, dass sie sich nach links auf den sehr schmalen Gehweg orientieren müssen. Da dies sehr umständlich sei, und ohne absteigen sicher nicht zu händeln sei, vermute man, dass wie bisher die B 290 bei der Einmündung vollständig über die Bundesstraße überquert werde, um auf den westlichen Radweg zu gelangen. Auch gebe es in der Planung keine Wartelinie für diejenigen, die ordnungsgemäß auf eine Querung warten. Vor allem auf der Westseite könne so der Raddurchgangsverkehr blockiert werden.
Auch die Situation am Ortseingang von Gerlachsheim mit der Ampellösung bleibe weiterhin unbefriedigend. So werden auch künftig Radfahrer vom Radweg kommend nach der Überquerung der B 290 auf den Gehweg geleitet und müssen dann die Würzburger Straße ungesichert überqueren, so Dieter Moll. Alles in allem waren sich die Mitglieder des Klimaarbeitskreises einig, dass hier wieder einmal, selbst bei einer Neuplanung, die Interessen der schwächeren Verkehrsteilnehmer, wie Radfahrer und Fußgänger, zu Gunsten des motorisierten Verkehrs so gut wie nicht berücksichtigt werden.
Was bei der ganzen Sache auch befremdlich sei, so Hambrecht weiter, dass der Gemeinderat von Lauda-Königshofen, auch wenn die Planung in die Kompetenz des Regierungspräsidiums Stuttgart falle, überhaupt nicht darüber informiert wurde.
Mit der Hoffnung, dass es vielleicht doch noch nicht zu spät sei für eine vernünftige Lösung, beschloss man die Sitzung.

Großes Interesse fand der Informationsabend zum Thema Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Wärmepumpen, zu dem der Klimaarbeitskreis Lauda-Königshofen am 06. Februar 2026 ins Josefshaus nach Gerlachsheim eingeladen hatte. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über aktuelle gesetzliche Vorgaben und praktische Erfahrungen zu informieren.

Durch den Abend führte Dipl.-Ing. Armin Hambrecht vom Klimaarbeitskreis Lauda-Königshofen, der die Gäste begrüßte und die einzelnen Programmpunkte moderierte. In seinem Fachvortrag erläuterte Martin Krupp, Geschäftsführer der Energieagentur Main-Tauber-Kreis, die Hintergründe und Ziele des Gebäudeenergiegesetzes sowie dessen konkrete Auswirkungen auf Neubau und Bestandsgebäude. Dabei ging er insbesondere auf die Rolle der Wärmepumpe als zukunftsfähige Heiztechnologie ein und stellte verschiedene Einsatzmöglichkeiten sowie Rahmenbedingungen verständlich dar.
Einen besonderen Schwerpunkt bildete der anschließende Praxisbericht mehrerer Wärmepumpenbetreiber. Angelika Tolle, Rennebarth und Dietrich Grebbin schilderten ihre persönlichen Erfahrungen aus Planung, Installation und Betrieb ihrer Anlagen. Offen und praxisnah berichteten sie über Entscheidungsprozesse, technische Herausforderungen, Kostenaspekte und den Alltag mit Wärmepumpen. Die Erfahrungsberichte machten deutlich, dass Wärmepumpen bei guter Planung zuverlässig funktionieren und langfristig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.
Auch Moderator Armin Hambrecht brachte eigene Erfahrungen ein und berichtete von dem Einsatz von Wärmepumpen in drei unterschiedlichen Gebäuden. Seine Einblicke ergänzten die Praxisberichte und zeigten anschaulich, wie unterschiedlich die Rahmenbedingungen und Lösungen in der Praxis sein können.
Im Anschluss an die Vorträge nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Abgerundet wurde der Abend durch das Angebot der Wärmepumpenbetreiber Termine für Besichtigungen zu vereinbaren. So können sich die Interessierten vor Ort ein Bild von Technik und Umsetzung machen.
Der Klimaarbeitskreis Lauda-Königshofen zeigte sich mit der Resonanz sehr zufrieden. Der Infoabend habe deutlich gemacht, wie wichtig sachliche Information und praktische Beispiele für eine fundierte Meinungsbildung rund um das Gebäudeenergiegesetz und moderne Heizsysteme sind. Der Vortrag von Martin Krupp steht auf der Homepage des Klimaarbeitskreises zum download bereit:

Auf Initiative des Klimaarbeitskreises Lauda-Königshofen ein zweiter Kochworkshop rund um das Thema klimafreundliches Kochen statt. In der Lehrküche des Kreislandwirtschaftsamtes brachte die Referentin Dagmar Heckmann den Teilnehmerinnen den Küchentrend Meal prep näher. Darunter versteht man ein gezieltes Vorkochen und Portionieren von ganzen Gerichten. So können Berufstätige, auch zur Mitnahme, eine vollwertige Mahlzeit genießen. Verschiedene Grundnahrungsmittel wie Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte können in größeren Mengen vorgekocht und dann mit frischen Zutaten zu unterschiedlichen Mahlzeiten weiterverarbeitet werden.
Die Kursteilnehmerinnen kreierten zum Beispiel aus vorgekochten Kichererbsen ein Curry, einen Salat mit Rosenkohl und einen orientalischen Kichererbseneintopf. Aus gekochtem Grünkern wurde ein Grünkern-Kartoffel-Hackfleisch Auflauf, ein winterlicher Grünkernsalat, ein Chili sin Carne, ein Grünkernaufstrich und ein süßer Grünkern-Quark zubereitet.
Diese Art der Zubereitung bringt neben dem Erhalt von Frische und Qualität erhebliche Zeit- und Energieersparnis. Weiter positiv auf die Klimabilanz wirkt sich die Verwendung von Lebensmittel regionaler Herkunft aus.
Die Veranstaltung fand mit einem leckeren Essen ihren Ausklang.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wirft viele Fragen auf – besonders im Zusammenhang mit dem Einsatz von Wärmepumpen und möglicher Förderungen. In einem kompakten Vortragsabend des Klimaarbeitskreises Lauda-Königshofen informiert der Geschäftsführer der Energieagentur Main-Tauber-Kreis über die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen und technische Grundlagen. Ergänzend berichten drei Wärmepumpenbetreiber aus der Praxis über ihre Erfahrungen. Den Abschluss bildet die Besichtigung der drei Objekte, bei der Technik und Umsetzung vor Ort erlebt werden können.
Zu seiner monatlichen Arbeitssitzung trafen sich die Mitglieder des Klimaarbeitskreises Lauda-Königshofen in Gerlachsheim in der Weinlese.
Neben der Nachbesprechung des Besuches bei Agrarbiotope Taubertal in Niklashausen standen an diesem Abend überwiegend die Planung künftiger Veranstaltungen auf der Tagesordnung. Ein bereits feststehender Termin ist der Meal Prep Kochworkshop am Samstag, 17.01.2026 beim Landwirtschaftsamt in Bad Mergentheim. Details werden noch zeitnah veröffentlicht. Weitere geplante Infoveranstaltungen zum Thema Wärmepumpe, PV-Anlagen und Speicher sowie die Besichtigung des neuen 70 MW Solarparks in Darstadt bei Ochsenfurt stehen auf der Agenda. Verschiedene Mitglieder des Arbeitskreises werden auch ein Agroforst-Projekt in Rüsselhausen bei Markelsheim am Freitag, 03.10.2025 besuchen. Hier entsteht auf 19 ha das größte Agroforst-Projekt Baden-Württembergs. Der Landwirt Gerd Bayer wird bei einem öffentlichen Vortrag im Rahmen der „Klima.Länd.Tage“ aufzeigen, was Agroforst genau bedeutet, welche Zusammenhänge es mit Hochwasserschutz hat und wie er das umzusetzen gedenkt. Treffpunkt ist am 03.10.2025 um 14.00 Uhr direkt am Martinshof, Rüsselhausen Nr. 6.
Klimaarbeitskreis Lauda-Königshofen besichtigt Agrarbiotope Taubertal in Niklashausen
Im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe hat der Klimaarbeitskreis Lauda-Königshofen (KlimaAK) zur Besichtigung mit Führung der Agrarbiotope Taubertal in Niklashausen eingeladen. Rund 20 Personen sind der Einladung gefolgt, und haben in den gut 2 ½ Stunden bei der sehr kompetenten und informativen Führung durch Hanna und Marcel von diesem Permakultur-Hof eine Menge an Informationen zum Bereich klimaschonender Landwirtschaft und Gartenbau mit nach Hause nehmen können. Die beiden genannten sowie 3 Minijobber sind ein Team mit verschiedenen Hintergründen, die sich für den Aufbau und das Voranbringen einer Agrarwende im Rahmen eines sogenannten Permakultur-Hofes einsetzen.

Permakultur bedeutet nach Aussagen von Marcel, eine Dauerkultur, bei der die natürlichen Kreisläufe in der Natur zum Vorbild genommen werden. D.h. ideale Bedingungen für Mensch, Planzen und Tiere. Der Hof sei seit 2021 auch ein Schau- und Versuchshof, so Marcel weiter.
Und damit wäre man auch beim Klimaschutz, so Hanna weiter. Diese nachhaltige Form der Landwirtschaft, aber auch im Gartenbau, sei ein zentraler Hebel im Klimaschutz. Emissionen werden gesenkt, es werde aktiv CO² aus der Atmosphäre gebunden, und vor allem auch die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft gegenüber dem Klimawandel gestärkt. Der Betrieb werde in Form einer gGmbH (gemeinnützige GmbH) geführt. Dies bedeutet, dass Gewinne (nach der Entnahme der Personalkosten) gemeinnützig verteilt werden müssen. Den Anwesenden wurde beim Gang über einen Teil des Geländes anschaulich vor Augen geführt, was diese Art der Bewirtschaftung bedeutet. Durch die Bepflanzung von diversen Gehölzen zwischen den Beeten erziele man verschiedene Effekte. Zum einen werde der Wind gebremst, und durch die zusätzliche Bodenbegrünung Lebensraum für Tiere und sogenannte Nützlinge geschaffen. Es erfolge eine flache Bodenbearbeitung, um eine gute Humusstruktur zu erhalten. Iris Boxler vom KlimaAK fragte nach der Art des Humus. Es werde selbst erzeugter Humus sowie solcher aus reinem Grünschnitt verwendet, die Antwort von Hanna. Trotz der großen Hitze an diesem Spätsommernachmittag gab es eine Menge von weiteren Fragen zu Düngung, Schädlingsbekämpfung und Anbaumethoden durch die Teilnehmer, die von den beiden Hofbewirtschaftern ausführlich beantwortet werden konnten. Dieter Moll fragte nach, warum sie keinem der bekannten Bio-Anbauverbänden angehören. Das Bio-Siegel zu bekommen, sei sehr aufwändig und teuer. Man setze darauf, dass die Kunden sie kennen und ihnen vertrauen. So konnten sich die Anwesenden im dazugehörigen Hof-Laden umsehen, und sich ein Bild über das reichhaltige Angebot machen. Neben diesem Hof-Laden könne man auch ein Abo einer Gemüsekiste buchen, und somit 2 wöchentlich an verschieden Abholstellen immer mit frischem Gemüse versorgt werden. Im zweiten Teil der Besichtigung führten die beiden die Teilnehmer auf steilem Weg an der Beghardenhöhle vorbei auf ihre Flächen an den Hängen, die früher jahrhundertelang als Weinberge genutzt wurden. Neben Streuobst, ihrer jetzt anfänglich noch kleinen Schafherde und einer tollen Aussicht auf Niklashausen und das Taubertal, führte Marcel u.a. sehr kompetent durch das Thema Bestäuber. Zwischen Regina Weis vom KlimaAK und ihm entwickelte sich eine interessante Diskussion zum Thema Wildbienen und den klassischen Honigbienen. Ein interessantes Detail. Von den rund 560 bekannten Wildbienenarten nutzten nur 75% die von den Menschen sogenannten Wildbienenhotels. Der Rest suche sich, oder grabe sich Höhlen in Böden und sonstigem Holz. Nachdem sich zum Ende der Besichtigung einige Teilnehmer noch mit Produkten aus dem Hofladen eindeckten, bedankte sich Christina Sack vom KlimaAK für die hochinteressante Führung und wünschte den beiden weiter viel Freude und Erfolg bei der Weiterentwicklung des Hofes.
Photo: Interessante und lehrreiche Einblicke erhielten die Teilnehmer des Klimaarbeitskreises Lauda-Königshofen bei der Führung durch die Agrarbiotope Taubertal in Niklashausen.
Am Freitag, 19. September lädt der Klimaarbeitskreis Lauda-Königshofen alle Interessierten zu einer Besichtigung der Agrarbiotope Taubertal ein. Auf dem Hof in Niklashausen (Wertheimer Straße 4) wird auf ca. 12ha nach permakulturellen Prinzipien gewirtschaftet. Die zweistündige Führung startet um 15 Uhr auf dem Hof mit seinen Schafen, Hühnern, dem Agroforstsystem, dem Intensivgemüsebereich, der Baumschule und den Trüffelplantagen. Anschließend wird der Streuobstwiesenbereich in den alten Weinhängen besichtigt, bei dem der Schwerpunkt auf Wildbestäubern und wildlebenden Honigbienen liegt. Wer an der kostenfreien Besichtigung teilnehmen möchte, kann sich bei Christina Sack, christinasack@web.de, Telefon: 09343/7089392 anmelden. Bei Bedarf kann auch eine Mitfahrgelegenheit organisiert werden.